Auch mit einer Kreditkarte ohne Jahresgebühr zahlst du auf Reisen möglicherweise Gebühren: für Zahlungen in Fremdwährung, Bargeldabhebungen oder den Geldautomatenbetreiber. Wenn du die Kartenrechnung nicht vollständig bezahlst, fallen Zinsen an.
Laut den verglichenen Unterlagen verlangen Hanseatic Bank und Bank Norwegian für Zahlungen in Fremdwährung und Bargeldabhebungen im Ausland keine eigenen Gebühren. Bei easybank stimmen die Angaben auf der Produktseite und im Preisverzeichnis nicht überein. Die Gebühreninformationen entsprechen dem Stand vom 30. Oktober 2026. Prüfe vor dem Antrag die Unterlagen für die konkrete Karte.
Gebühren für Zahlungen und Bargeld
Wenn du in einer anderen Währung einkaufst, rechnet der Kartenanbieter den Betrag in Euro um. Dafür kann er ein Auslandseinsatz- oder Fremdwährungsentgelt berechnen. Je nach Tarif gilt es für Kartenzahlungen, Bargeldabhebungen oder beides. Maßgeblich ist oft die Währung, nicht nur das Land, in dem du die Karte nutzt.
Beim Abheben von Bargeld können weitere Kosten anfallen: Der Kartenanbieter kann eine Gebühr verlangen, und auch der Geldautomatenbetreiber kann ein eigenes Entgelt erheben. Kostenlose Abhebungen beim Kartenanbieter bedeuten deshalb nicht, dass die Auszahlung insgesamt kostenlos ist. Prüfe außerdem, ob für jede Abhebung ein Mindestbetrag gilt.
Auch die Umrechnung beeinflusst den Endbetrag. Manche Automaten und Händler rechnen den Betrag sofort in Euro um. Das nennt sich dynamische Währungsumrechnung (DCC). Dabei gilt der Wechselkurs des Automatenbetreibers oder Händlers. Wählst du stattdessen die Landeswährung, rechnet in der Regel das Kartennetz oder der Kartenanbieter den Betrag um.
Auch Zinsen kosten Geld. Eine Karte ohne Jahresgebühr wird trotzdem teuer, wenn du die Rechnung nur teilweise zurückzahlst oder für Bargeld andere Zinsregeln gelten. Prüfe deshalb, ob du die Rechnung vollständig zurückzahlen kannst und ab wann Zinsen anfallen.
Drei Karten im Vergleich
Die Tabelle zeigt die Gebühren, die die Anbieter nennen. Gebühren lokaler Geldautomatenbetreiber sind nicht enthalten.
| Karte | Jahresgebühr und Fremdwährung | Bargeld im Ausland | Einschränkungen |
|---|---|---|---|
| Hanseatic Bank GenialCard | Die Produktseite nennt keine Jahresgebühr und gebührenfreies Bezahlen weltweit. | Laut Konditionsblatt keine Abhebegebühr durch die Bank. Das Tageslimit für Bargeld beträgt 500 Euro, sofern der Verfügungsrahmen ausreicht. | Abhebungen an Geldautomaten in Deutschland kosten laut Produktseite 3,95 Euro. Die veröffentlichten Zinsangaben für Teilzahlung weichen zwischen Produktseite und Konditionsblatt ab. |
| Bank Norwegian Visa | Die Preisseite nennt keine Jahresgebühr und kein Fremdwährungsentgelt. | Laut Preisseite keine Abhebegebühr durch die Bank. Angegeben sind ein Tageslimit und höchstens 3.000 Euro je Woche im Ausland. | Der ausgewiesene effektive Jahreszins beträgt 24,4 Prozent. Die Angaben klären nicht abschließend, wie jeder Bargeldbezug am Geldautomaten zinsseitig behandelt wird. |
| easybank Kreditkarte / New Visa | Die Produktseite wirbt mit gebührenfreiem Bezahlen weltweit und ohne Jahresgebühr. Das Preisverzeichnis für die New Visa mit Stand Februar 2026 nennt dagegen 1,99 Prozent Fremdwährungsentgelt und eine Jahresgebühr von 19 Euro. Eine mögliche Befreiung in Folgejahren ist dort an Umsatzbedingungen geknüpft. | Das Preisverzeichnis nennt keine Abhebegebühr, aber einen Mindestbetrag von 50 Euro. Die Produktseite wirbt mit kostenlosen Abhebungen. | Produktseite und Preisverzeichnis passen nicht zusammen. Vor Abschluss müssen Tarifname und gültige Preisunterlagen geklärt werden. |
Auch zu den Zinsen der Hanseatic Bank machen die Unterlagen unterschiedliche Angaben: Das Konditionsblatt nennt einen effektiven Jahreszins von 17,29 Prozent, die Produktseite 19,92 Prozent. Bei der Bank Norwegian nennt die Preisseite zwar keine Abhebegebühr. Prüfe aber vor der Nutzung, welche Zinsen für Bargeldabhebungen gelten. Gebühren des Automatenbetreibers können bei allen Karten zusätzlich anfallen.
Bargeld ohne unnötige Kosten abheben
Lies die Anzeige des Geldautomaten bis zum letzten Schritt. Zeigt der Betreiber ein eigenes Entgelt an, brich den Vorgang vor der Bestätigung ab, wenn dir der Betrag zu hoch ist. Die Kartenkonditionen bedeuten nicht automatisch, dass der Anbieter diese lokale Gebühr erstattet oder erlässt.
Wenn der Automat eine Umrechnung in Euro anbietet, wähle in der Regel die Landeswährung und lehne die Sofortumrechnung ab. Der angezeigte Eurobetrag kann auf einem ungünstigeren Wechselkurs des Betreibers beruhen. Einen festen Aufschlag gibt es nicht; die Kurse unterscheiden sich je nach Anbieter und Situation.
Prüfe außerdem den Mindestbetrag pro Abhebung, das Tageslimit und das Fremdwährungsentgelt. Wenn du nur wenig Bargeld brauchst, ist ein Mindestbetrag von 50 Euro unpraktisch. Richte die Abhebung nach deinen Ausgaben vor Ort aus. Nimm eine zweite Karte oder ein anderes geeignetes Zahlungsmittel mit und bewahre Karten und Bargeld getrennt auf.
Kreditkarte für den Urlaub auswählen
Wenn du im Urlaub hauptsächlich mit Karte bezahlst, achte besonders auf das Fremdwährungsentgelt für Einkäufe. Hebst du regelmäßig Bargeld ab, prüfe auch die Abhebegebühr des Anbieters, einen möglichen Mindestbetrag und das Entgelt des Geldautomatenbetreibers. Rechne die Kosten für deine geplante Nutzung zusammen, statt nur auf die Jahresgebühr zu schauen.
Prüfe danach, wie du die Rechnung zurückzahlst. Eine niedrige oder fehlende Jahresgebühr sagt nichts über die Zinsen aus, wenn du nur einen Teil der Rechnung bezahlst. Achte darauf, ob du die Rechnung vollständig und fristgerecht begleichen kannst. Lies auch die Vertragsbedingungen für Bargeldabhebungen, denn dafür können andere Regeln gelten als für Einkäufe.
Prüfe auch, ob du die Karte am Reiseziel nutzen kannst und ob ihr Verfügungsrahmen und Bargeldlimit ausreichen. Eine Reiseversicherung ist nur dann nützlich, wenn ihre Bedingungen zu deiner Reise passen. Achte zum Beispiel auf Selbstbehalte und darauf, ob du die Reise mit der Karte bezahlen musst, damit der Versicherungsschutz gilt.



