Ein Allgäuer Winterbrauch: Das Klausentreiben

OLYMPUS DIGITAL CAMERADas Klausentreiben ist ein urtümlicher Brauch, der heutzutage vorrangig im Allgäu sowie dem alemannischen Alpenraum, zwischen Bayern und dem Schweizer Kanton Graubünden, ausgeübt wird. Dabei verkleiden sich die jungen Männer der Ortschaften und ziehen lärmend von Haus zu Haus. Während im Allgäu der Begriff Klausentreiben gängig ist, wird der Brauch im bayerisch-österreichischen Gebiet Krampuslauf genannt. In der Schweiz hingegen ist eher der Begriff Klausjagen oder auch Chlausjagen geläufig.

Die Geschichte des Klausentreibens

Der Ursprung des Brauches konnte bis heute nicht geklärt werden. Einige Thesen besagen, dass er Umzügen aus der heidnischen Zeit vor Christus entstammt. Demnach sollte er ursprünglich Dämonen sowie die bösen Geister des Winters und der Dunkelheit vertreiben. Einer weiteren Theorie zufolge basiert das Klausentreiben auf der Vereinigung des Umzugs des Nikolaus von Myra mit den Bischofsspielen der Jugendlichen im Mittelalter. In verschiedenen Regionen, darunter auch in Süddeutschland, wurde dieser Brauch, bei dem Teufelsgestalten die Umzüge begleiteten, Klausen genannt. Nachdem er im Laufe der Jahrhunderte an Bedeutung verlor, wurde der Umzug im 20. Jahrhundert neu belebt.

Ablauf der Umzüge

Während der Nächte des 5. und 6. Dezembers verkleiden sich die Männer zum Klausentreiben mit unterschiedlichsten Fellen. Neben einem fellbedeckten Helm, in der Regel mit Hörnern verziert, gehören zum sogenannten Häs, dem Kostüm, ebenfalls Schellen oder Kuhglocken, um möglichst viel Lärm zu erzeugen. Je nach Region marschieren die Klausen anschließend zum Marktplatz oder, in kleinere Gruppen aufgeteilt, durch die Straßen, um mit ihrem lärmenden Schauspiel die bösen Geister zu verjagen und unter den Menschen Lebenssegen zu verbreiten.

Bild: “ObereMühleKlausen” von s. o. – von Anonymus fotografiert für –Xocolatl 16:41, 21 December 2007 (UTC). Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org